Internationaler Wettbewerb für Zupforchester in Jülich-Koslar

Zum 9.Internationalen Wett- bewerb für Zupforchester am 10. und 11. Mai 2003 hatte das Mandolinen-Orchester Rurtal 1928 Koslar einge- laden. Die Ausrichtung die- ses Wettbewerbs hat in der Geschichte des Orchesters eine lange Tradition. In die- sem Jahr stellte er jedoch den Auftakt zu mehreren Ver- anstaltungen zum 75jährigen Jubiläum des Orchesters dar. 13 Orchester, sowie ein Kinder- und ein Jugend- orchester stellten sich der hochkarätigen Jury, beste- hend aus Prof. Marga Wilden-Hüsgen, Prof. Dieter Kreidler und Benny Ludemann.

Die Bewertung erfolgte nach den Vorgaben des Deutschen Musikrates für „Jugend musiziert“.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Orches- ters, Edith Heibges, eröffnete das Solinger Zupfochester unter der Leitung von Andreas Limperg den Wett- bewerb. Eine schwungvolle Interpretation der Sinfonia à 4 in G-Dur von Matthias Georg Monn durch das Wittener Mandolinen- und Gitarrenorchester 1929 e.V. folgte. Im Summertrip von Jürgen Klose konnte das Orchester sein sicheres Rhythmusgefühl ausleben, was den Spielern sichtlich Spaß machte. Ein jazzig anmutendes Mandolasolo unterstrich den positiven Gesamteindruck. Daran anknüpfen konnte das Neue Wiener Mandolinen- und Gitarrenensemble mit der Sonata F-Dur von Carlo Cecere und den Aquarellen des aus der ehemaligen DDR stammenden Komponisten Antonius Streichhardt. Schade, daß

dieses Ensemble ihre Notenständer recht hoch eingestellt hatte und daher wenig Sicht auf die Spieler und ihre Instrumente freigab.  

Dass bei diesem Wettbewerb auf hohem Niveau musiziert wurde bewies auch der Vortrag des Düsseldorfer Zupforchesters unter der Leitung von Petra Tübben. Die Stücke des Mandolinen-Orchesters Frechen 1926/31 wurden von Ihrem Dirigenten, Günter Vogel, arrangiert. Das Orchester zeichnete sich durch hervorragendes Zusammenspiel aus; es ist bestens aufeinander abgestimmt und eingespielt.  

Ein Höhepunkt des ersten Tages stellte der Auftritt des Mandolinen-Ensemble „The Strings“ aus Stein/NL dar. Das 12köpfige Ensemble steht unter der Leitung von Annemie Hermanns und erreichte bereits bei zahlreichen internationalen Wettbewerben höchste Punktzahlen. Das fehlende Volumen, das ein 30-köpfiges Orchester zu bieten hätte wurde im Quartetto Nr.1 von Carl Ditters von Dittersdorf durch hervorragende Spieltechnik, hohe Disziplin und durchdachte Interpretation mehr als wettgemacht. Die drei dargebotenen Sätze aus der Simple Suite for plucked Orchestra op.151 von Dimitri Nicolau boten Hörgenuss pur. Zu recht erhielt das Ensemble einen 1. Preis und die höchste Punktzahl aller Wettbewerbsteilnehmer.

Der zweite Wettbewerbstag wurde fortgesetzt durch das Orchester Mandolinata Mannheim. Die Musiker folgten aufmerksam dem präzisen Dirigat von Sonja Wiedemer. Nach der Ballettmusik Don Juan von Christoph Willibald Gluck boten sie der Jury und dem Publikum mit Markus Kuglers „Tres Piezas de Sudamerica“ stimmungsvolle lateinamerikanische Rhythmen. Der Mandolinen Club Falkenstein richtet selbst Wettbewerbe aus und ist ebenso wie das Mandolinen Orchester Herringen von 1924 regelmäßig Teilnehmer verschiedener Orchesterwettbewerbe

 

Mit weiteren 4 Wettbewerbsteilnehmern zeigte sich, daß an diesem Wochenende niveauvolles Musizieren auf Zupfinstrumenten im Vordergrund stand. Neben weiteren Gästen aus den Niederlanden, dem Gitaar & Mandoline Kamer Orkest Het Consort, sowie dem aus Belgien angereisten Königlichen Mandolinenorchester Eupen 1923 boten auch das Mandolinen Orchester Bayer Leverkusen unter der Leitung von Detlef Tewes und das Grenzland-Zupforchester unter der Leitung von Theo Hüsgen sorgfältig einstudierte Werke, die alle mit einem 2. Platz belohnt wurden. Dass die Punktzahlen dieser Ensembles alle dicht beieinander lagen ist ein weiteres Indiz für die hohe Leistungsdichte.

Besondere Attraktion des Wettbewerbs war jedoch der Auftritt des Kinderzupforchesters „Wackelzähne“. Unter dem geschickten und kindgerechten Dirigat von Elke Limbach zeigte hier die jüngste Generation der Zupfer (6-10 Jahre) ihr Können, wobei jedes Kind nach seinem individuellen Leistungsstand eingesetzt wurde. Ebenso wie die „Wackelzähne“ gehört das Jugendzupforchester „Pizzikato“ dem Mandolinenorchester Hennef-Kurscheid 1924 e.V. an. Im Jugendzupforchester „Pizzikato“ musizieren Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren ebenfalls unter der Leitung von Elke Limbach. Obwohl sie außer Konkurrenz teilnehmen sollten, würdigte die Jury ihre hervorragende Leistung mit einem 2.Platz.

Zwischendurch hatte man die Gelegenheit, sich in der Instrumentenausstellung über die neuesten Modelle der Instrumentenbauer Markus und Frank-Peter Dietrich, Henning Doderer und Alfred Woll zu informieren.

Begleitet von frühlingshaftem Wetter ging eine gelungene Veranstaltung mit gewohnt guter Organisation durch das Mandolinen-Orchester Rurtal Koslar zu Ende.

Birgit Tobien